“WÄHREND DES TAGES“

Gemälde von Rebecca Partridge

Ich habe Rebecca Partridge eines Tages gefragt, warum die meisten ihrer Bilder vertikale Formate haben. Und ihre Antwort war sowohl einfach als auch hilfreich;

„Da ich sie als Fenster sehe“

Mit dieser neuen Information begann ich ihre Arbeit ein wenig anders zu betrachten. Plötzlich war es als würde ich, der Betrachter, in dem ich mich vor die bemalte Leinwand stelle, diese als eine Art Maschine benutzen können – eine Zeit- und Raummaschine – mit welcher man sich Zugang zu ihrer Welt verschafft. Durch die groben Pinsel Striche nachgeahmter Nebel über dem Moor, die verbogenen Äste einer Reihe von Bäumen verschwindend in fühlbarem Vergessen, ein Meer das zuversichtlich mit der Existenz zusammenstößt. Es war als könnte ich im Rahmen des Bildes – praktisch zu Casper David Friedrich in dem Gemälde „Der Wanderer im Nebel“ werden – das Bild in alle Richtungen um mich herum ausdehnen und wirklich etwas bis jetzt unberührtes, privates berühren, das nun auch mir gehört.

Bei Gesprächen hat sie erklärt, dass Ihr Hauptanliegen im Schaffen von Kunst ist, eine Brücke zwischen dem Maler und dem Betrachter zu schaffen indem man Kommunikationsmittel schafft die sich über das ganze Gemälde verteilen.

Sie bemühte sich zu erklären, dass durch sorgfältiges Eintauchen in den Prozess des Entstehens einen Bildes – wechseln zu einer Art von Meditationsprozess – und das Beste aus den Farbpigmenten herauszuholen, sie eine energetische Plattform für den Betrachter zurückzulässt, in welche sie selbst eintaucht.

Eine Landschaft, kann man sagen, in einer phänomenologischen Koexistenz.

In Ihr kann man auf metaphorischen Wellen reiten und sehen wie sie entstehen und durch die kalte blaue Imagination schweifen. Schweben über eine ausgedehnte Fläche mühelos, ausgestreckt und gelassen. Setzte deine Füße auf den warmen Sand von unentdeckten Stränden, in Heiden in denen noch niemand war. Sehe Bäume sich zum Licht erheben in namenlosen Wäldern.

In sich kann Landschaft sich selbst in transversaler Geometrie erklären. Was normalerweise als chaotisches Cluster in der Natur empfunden wird, unterliegt geordneten Systemen. Durchdachte Muster und das unveränderliche intuitive Gleichgewicht der Natur. Schöne Bruchstücke, wie in einem Mikroskope, welches Dinge zeig die sonst dem Auge verborgen bleiben würden.

Sprache – ein Suspekt –ist das sie häufig unzureichend ist für den Transfer von Ideen und Ansichten ist. Und Gemälde – man hofft – können möglicherweise den Horizont des Austausches unseres Lebens erweitern.

Dies zu guter Letzt ist die Hoffnung, zu der mich Rebecca Partridges Gemälde angeregt haben.

- Bjarte Alvestad, 2011